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Programm der Sagenspiele Österreich

Pfeiffer Huisle - im Bann des schwarzen  Engels

“Pfeifer Huisele” -
im Bann des schwarzen Engels

 

Im Sommer 2009 spielen wir mit großem Aufwand und über 60 Mitwirkenden das sehr bewegende Stück von einer der wohl bekanntesten Sagenfiguren der Alpen, nämlich

„P f e i f e r H u i s e l e“
im Bann des Bösen

Dass Pfeifer Huisele, um den sich eine Vielzahl von Sagen ranken, im 17. Jahrhundert wirklich gelebt hat, zeigt im Rückblick in die damalige Zeit von einer großen Dramatik.
Als Kind armer Bauersleute, wuchs er in Elend und Not auf, stahl schon als Kind, war ein nichtsnutziger, fluchender Knabe, der früh den Teufel im Munde führte, später dann ein arbeitsscheuer, dem Trunke nicht abholder Bauernknecht, dabei schlau und nicht unwitzig. Weil er alles in allem einfach ein origineller, manchmal helfender, aber auch boshafter Herumtreiber war, ist es kein Wunder, dass diese unangepasste Erscheinung zwangsläufig zwischen die Mühlsteine der Borniertheit und Grausamkeit der damaligen Zeit geraten ist.
Pfeifer Huisele hinterließ viele Spuren in den südlichen Tälern seiner damaligen Heimat Tirol. Beim wohl bekanntesten Hexenmeister Tirols, dem „Lauterfresser“, welcher1645 grausam zu Tode befördert wurde, soll er sich seine Künste angeeignet haben. „Oh – was bin ich für ein armer Heiter! I bin zu guat für ein' Knecht und zu schlecht für ein' Bauer!"?I bin zu guat für die Arbeit und zu schlecht zum Nichtstun!?I will a Mensch sein wie die andern!?Will lustig leb’n und wenig arbeiten!? Und will Gewalt bekommen über die Menschen!", mit diesen Worten soll er sich beim „Lauterfresser“ beworben haben.
Es gelang ihm sich in verschiedene Gestalten verwandeln zu können, manchmal auch in einen Floh, dies, um auf Weiberleuten intim herumkrabbeln zu können, Schadenzauber, Mensch und Tier sich zu nutze machen und natürlich die Kunst des (Un)Wettermachens. Da durch Unwetter das ohnehin karge Überleben in den Bergregionen zur absoluten Notsituation führte, suchte man hier immer einen Schuldigen, welcher dann früher oder später unter härtester Folter ohnehin alles gestand und den dann die grausamste Strafe traf. Jeder Nichtsesshafte war verdächtig, den Teufel im Leibe zu haben. Und den galt es auszutreiben - durch Geständnis und Hinrichtung. So verurteilte allein das pflichteifrige Salzburger Hofgericht zwischen 1675 und 1681 nach furchtbaren Verhören und Folterungen 138 Menschen zum Tod. Die meisten waren männlich, 92 noch keine 21 Jahre alt.


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